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Königrufen in Tirol

"Der Tisch spricht!"

Regeln. Unsitten. Schrift.

Beim Tarockspiel steht ein anspruchsvolles und lustvolles Miteinander an erster Stelle. Spaß und Spielwitz werden groß geschrieben. Toleranz und Risikofreude sind dafür unumgängliche Voraussetzungen. Bedingt durch die lange Geschichte und die breite regionale Verbreitung hat sich insbesondere im Königrufen eine große Zahl an unterschiedlichen Regeln entwickelt.

Auf dieser Seite findest du die bei uns gültigen Spielregeln und diverse Einstiegshilfen für Anfänger. Weiters finden sich hier die ihnen zu Grunde liegenden Prinzipien und ein Regelvergleich über einige maßgebliche Regelwerke. Der mittlere Abschnitt bietet viel Wissenswertes rund um die Themen Tarocksitten, Spielkultur und Etikette. Am Ende stehen Formulare zum Mitschreiben als Vordruck zum Download bereit.

 

Coronaregeln. Covid19.

Für alle, die auch in Zeiten von Corona nicht ganz aufs Tarockieren verzichten wollen, habe ich die allgemeinen Covid19-Verhaltensregeln um ein paar tarockspezifische Empfehlungen ergänzt. Im Interesse eurer eigenen Gesundheit, vor allem aber der Gesundheit eurer Mitspieler bitte ich euch um die Einhaltung dieser Verhaltensregeln.

  • nur spielen, wenn man sich gesund fühlt und keinerlei Symptome aufweist
  • bei der Begrüßung auf Handschlag und Umarmungen verzichten
  • Abstand halten (keine Fünfertische, nicht Kiebitzen)
  • immer wieder Hände waschen/desinfizieren (zumindest vor jeder Runde)
  • Karten nicht befeuchten (insbesondere beim Geben)
  • nicht in Hände oder Karten niesen
  • möglichst nur im Freien spielen
  • für gute Durchlüftung sorgen
  • Tische desinfizieren
  • neue Spielkarten verwenden
  • nicht ins Gesicht greifen (eventuell Handschuhe tragen)
  • Masken/Visiere tragen (Anmeldung, Pausen)
  • schreiben statt zahlen (Zettel statt Münzen)
  • die Stopp-Corona-App des Roten Kreuzes verwenden

Letztlich obliegt es aber der Eigenverantwortung eines jeden einzelnen Spielers, ob er spielt oder nicht. Corona ist und bleibt eine gefährliche Krankheit und es sollte jedem Spieler bewusst sein, dass er trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sich selbst, aber auch seine Mitspieler einem erhöhten Ansteckungsrisiko aussetzt. Als gänzlich sichere Alternative – abgesehen von Computerviren und Spielsucht – bleibt nur Online-Tarock mit Videoschaltung (z.B. über Gametwist und Jitsi Meet).

 

 

Spielregeln. Tirol.

Skoty-Trophy / Tirolcup

regeln-deluxe.pdf Skotyregeln de luxe (gelten bei der Skoty-Trophy und vielen weiteren Tarockrunden)
regeln-cup.pdf Cupregeln des Tiroler Tarockcups (Turnierregeln)
regeln-auslegung.pdf Regelauslegung (Richtlinien, Erläuterungen)
taroquette.pdf Tarocketikette (Hinweise zu Spielkultur und lokalen Usancen)
regeln-hopfgarten.pdf Hopfgarter Turnierregeln (für das Turnier in Hopfgarten in Defereggen in Osttirol)
regeln-anpassungen.pdf Anpassungen (Änderungen im Tirolcup)

Einstiegshilfen

regeln-basics.pdf Basisregeln (Grundzüge des Königrufens, Schulungsunterlage)
tarockfibel.pdf Tarockfibel (Einstieg ins Königrufen, grundlegende Spielstrategien)
koenigrufen-kompakt.pdf Königrufen kompakt (Gebote und Binsenweisheiten von Wolfgang Mayr).

Sonderformen

regeln-zu-zweit.pdf Strohmandln (für 2 Spieler)
regeln-zu-dritt.pdf Königrufen zu dritt mit Strohmann (für 3 Spieler, inklusive aller Ruferspiele)
regeln-zu-sechst.pdf Königrufen zu sechst mit 2 gerufenen Königen (für 6 Spieler mit je 8 Karten)

Rule in english / Le regolie italiane

tarock-dictionary.pdf Dictionary - deutsch/english/francais/espagnol/italiano/russki
www.pagat.com/tarot/koenig.html Königrufen - Card Game Rules (John McLeod)
www.pagat.com/tarot/krufsk.html Königrufen - Remarks on Skilful Play (John McLeod)
cuprules-in-english.pdf Cuprules - Tournament Rules of the Tyrolean Tarockcup (by Robin Knight)
hopfgarter-tournament-rules.pdf Hopfgarten - Tournament rules Hopfgarten in Defereggen (Osttirol)
tarocchi-italiano.pdf Tarocchi italiano - Le regole italiane (Claudia Loserth)

 

 

Prinzipien. Regelvergleich.

 

Unsere Regeln fußen in erster Linie auf Innsbrucker und Lienzer Traditionen. Durch den vielfältigen Kontakt zu den unterschiedlichsten Tarockrunden aus Tirol und ganz Österreich flossen weitere Elemente ein. Mit der Entstehung des Tiroler Tarockcups entwickelten sich daraus die Tiroler Cupregeln. Die Regeln wurden bei zahlreichen Turnieren erprobt und haben sich dabei - unter Berücksichtigung der Regelwerke der anderen Cups und sämtlicher verfügbarer Tarockliteratur - stetig weiterentwickelt.

Prinzipien.

Ideale Tarockregeln gibt es nicht, gute Tarockregeln aber schon. Sie sollten klar und verständlich sein, lokale Traditionen und überregionale Standards berücksichtigen, den Glücksfaktor klein halten, den Mutigen belohnen, attraktive Spielmöglichkeiten bieten und den Spielwitz fördern. Vor allem sollten sie aber dem Spaß am Spiel dienlich sein und ein gleichermaßen anspruchsvolles wie unterhaltsames Spiel ermöglichen.

Darüber hinaus sollten gute Regeln auf folgenden Prinzipien beruhen:

  • positive Spiele überbieten gleichwertige Negativspiele
  • schwarze Spiele überbieten die entsprechenden Farbenspiele
  • Einzelspiele überbieten Ruferspiele
  • Solospiele und Ouverts sollten jeweils doppelt so viel zählen wie die ihnen zugrundeliegenden einfachen Spiele
  • die Lizitationstabelle sollte übersichtlich und leicht zu merken sein (Klarheit statt Wildwuchs)
  • höherrangige Spiele sollten auch teurer sein (kein billiges Ausbremsen)
  • das Ansagen von Spielen und Prämien sollte belohnt und das Staudenhocken tendenziell erschwert werden
  • der Verlauf der Lizitation sollte möglichst viel Information über die Kartenverteilung preisgeben
  • lokale Gegebenheiten und regionale Besonderheiten sollten erhalten bleiben (Vielfalt statt Einfalt)
  • weitverbreitete Standardregeln sollten eingehalten werden, insbesondere bei unbedeutenden Details (Ordnung statt Chaos)
  • Turnierregeln sollten vollständig und möglichst übersichtlich sein (ohne obsolete und redundante Elemente)
  • historische Traditionen sind zu beachten, bei gleichzeitiger Offenheit für neue Entwicklungen
  • Regeländerungen und -abweichungen sollten nur mit Bedacht vorgenommen werden (Regelsicherheit)

Ich habe versucht, diese sich teils widersprechenden und daher nur schwer unter einen Hut zu bringenden Prinzipien bestmöglich zu berücksichtigen und hoffe, dass die dabei gemachten Kompromisse weitestgehend akzeptiert werden. Mein Hauptaugenmerk lag dabei stets darauf, ein in sich stimmiges Regelwerk zu schaffen, das in erster Linie größtmöglichen Spielspaß fördert und unter Bewahrung der Tiroler Traditionen der modernen Spielweise im Königrufen gerecht wird.

Regelvergleich.

Außerdem ist es mir ein Anliegen, dem langfristigen Ziel eines einheitlichen Grundgerüsts für alle österreichischen Tarockcups ein Stück näher zu kommen. Hier finden sich von mir zusammengetragene Aufstellungen über die Unterschiede diverser maßgeblicher Regelwerke und meine Ideen zu einer möglichen Annäherung.

Gegenüberstellungen

regelvergleich.pdf Regelvergleich - tabellarische Gegenüberstellung maßgeblicher Regelwerke
regelvergleich-anpassungspotenzial.pdf Regelvergleich OÖ-Tirol-Wien - Anpassungspotenzial
regelvergleich-cupmodus.pdf Vergleich Cupmodus - Modusvergleich der einzelnen Cups
regelvergleich-lizitationstabellen.pdf Vergleich Lizitationstabellen - Projekt einheitliches Grundgerüst

Regelwerke

 
www.tarockcup.at Cupregeln Raiffeisen Tarockcup Austria im Mühlviertel (OÖ)
www.hausruckcup.at Cupregeln Hausruckviertler Tarockcup (OÖ, S)
https://tarock.web.app Cupregeln Wiener Tarockcup (W, NÖ, St, K)
cupregeln.pdf Cupregeln Tiroler Tarockcup (T).
https://steirercup.webnode.at/ Cupregeln Steirischer Tarockcup (St)
http://tarockrunde-sauwald.jimdo.com Cupregeln Sauwaldcup im Innviertel (OÖ)
http://tarockoesterreich.jimdo.com Cupregeln Ö-Finale in Linz
tarockregeln-somhany.pdf Kurzfassung Somhanyregeln (Hermann Steindl)
   

 


 

Sitten. Taroquette.

Die Taroquette gibt Auskunft über aktuelle Tischsitten, unter Spielkultur finden sich ein paar Gedanken zur allgemeinen Spielweise und die historischen Tarock(un)sitten bieten einen Einblick in vergangene Epochen des Tarockspiels.

Fair-Play und gegenseitiger Respekt werden am Tarocktisch groß geschrieben. Die Tarocketikette gibt konkrete Hinweise zur allgemeine Spielkultur zusammen und soll damit einerseits einen reibungslosen Turnierverlauf gewährleisten, andererseits als Entscheidungshilfe in strittigen Situationen dienen. Wer sich die dort angeführten Spielweisen zu eigen macht, wird an jedem Tarocktisch ein gern gesehener Gast sein.

taroquette.pdf Taroquette - die Tiroler Tarocketikette

 

 

Spielkultur. Der TarocKant.

Den Tarocksitten aus dem 19. Jahrhundert möchte ich noch ein paar eigene Gedanken zur Spielkultur anhängen:

A) Was kann ich wissen?

1. Die Regeln.
2. Wer dran ist.
3. Was angesagt ist.
4. Was gespielt wurde.

B) Was soll ich tun?

1. Dir nicht in die Karten schauen lassen. Wörtlich.
2. Nichts verraten. Auch nicht durch Mimik oder Gestik.
3. Achtsam und aufmerksam sein, mitdenken und zügig spielen.
4. Die Karten nicht dreschen und beim Mischen nicht schneiden.
5. Mutig ansagen und nicht staudenhocken.
6. Immer höflich bleiben - weder motzen, noch protzen.
7. Fair spielen und die Contenance bewahren.

C) Was darf ich hoffen?

Den Mond zu fangen, Ruhm zu erlangen,
dem Alltag entrinnen, den Sieg zu erringen.
Den König oder Pagat ultimieren,
oder wenigstens ein paar Damen zu schmieren.
Vor allem aber: zu genießen und lachen
- und manches Mal einen Valat zu machen.

Kurz und gut:
Spiel achtsam und klug,
vergiss nicht aufs "weiter!",
und bleib dabei ehrlich,
gelassen und heiter!

Tarock(un)sitten. Aus drei Jahrhunderten.

 

Schon im Jahre 1821 stellten verdrießliche Eigenschaften die Geduld der Mitspieler auf die Probe - hier ein kleiner Einblick in die Gebräuche vergangener Epochen, die leider auch im 21. Jahrhundert nichts an Aktualität verloren haben.

 

aus: Theoretisch-praktische Anweisung zur gründlichen Erlernung des beliebten Tarok-Tappen-Spiels, sowohl durch genaue Bestimmung aller Regeln und Feinheiten, als auch durch die Beobachtung und Auseinandersetzung mehrerer angeführter, sehr schwieriger Beyspiele. Herausgegeben von einem genauen Kenner. Wien und Prag, 1821. Bey Carl Haas, Buchhändler:

"Wir setzen voraus, daß Jeder, der das Tarok-Tappen nach dieser Anweisung gründlich erlernen will, sowohl die Figuren, als auch die auf alle Spiele anwendbaren Hauptregeln bereits kennen werde, nähmlich:
1. Nichts zur Unzeit zu sprechen.
2. Die Karte so geschickt an sich zu halten, daß kein Mitspieler hineinsehen könne.
3. Nicht voreilig zuzuwerfen.
4. Nicht aus Unachtsamkeit Fehler zu begehen, wohin besonders das Nichtwissen: an wem das Ausspielen oder Karten geben sey ? gehört.
5. Nicht durch langweiliges Ordnen, zweifelhaftes Legen und wechselweises, unnöthiges Anziehen der Karten, durch zu vieles Besinnen, durch Rechthaberey, und dergleichen oft sehr verdrießliche Eigenschaften, die Geduld der Mitspieler auf die Probe zu stellen ..."

 

aus: Gründliche und leichtfaßliche Anleitung zur baldigen Erlernung des beliebten Tarock-Königrufen, oder die Kunst, dasselbe in kurzer Zeit nach Regeln und Beispielen theoretisch und praktisch spielen zu lernen. Von einem alten Praktikus. Wien, 1840. Im Verlag bei Singer & Goering:

"... Benehmen beim Spiele ...
- Fertigkeit im Kartengeben, schnelles Ordnen der Blätter, gehöriges und schnell besonnenes Ansagen der Spiele, richtiges Ausspielen und Zugeben der Blätter ohne langes Besinnen und zweifelhaftes Anziehen (sogenanntes Zupfen) sind unerläßliche Bedingnisse, um nicht die Geduld der übrigen Mitspieler auf zu harte Proben zu stellen.
- Durch Gebehrden oder Mienen die Wichtigkeit eines Kaufes oder ausgespielten Blattes verrathen, oder Unwillen zeigen, wenn schlecht oder nicht nach Wunsch ausgespielt worden ist - eine Karte voreilig zur Zugabe schon bereit halten - und viele andere derlei Gebräuche sind sich nicht anzugewöhnen, und wenn dieß geschehen wäre, wieder abzulegen.
- Wer im Gewinne übermüthig und im Verluste mürrisch wird, gilt für einen unangenehmen Gesellschafter. Jener, welcher alles besser wissen und immer kritisiren will, wird sich als anmaßend bloß stellen.
- Man trachte daher nach Kräften beizutragen, damit der Zweck erreicht werde, nämlich um einige freie Stunden im Frohsinn und Vergnügen zuzubringen..."

 

aus: Nie ohne Pagat Ultimo! Neue Winke und Vortheile beim Tarokspiel und dem so beliebten Königrufen. Nebst einer Anleitung zum Lhombre und Boston. Von Christian Vanderheid. Wien, 1855. Verlag von Albert A. Wenedikt:

"... Beim Mischen und Geben der Karten gehört eine gewisse Fertigkeit, die sich Männer von gutem Ton noch bevor sie sich zum Spieltsich setzen, eigen machen sollen; denn es gibt für den Zuschauer nichts Unangenehmeres als ein ungeschicktes Umgehen mit dem Talon, oder plumpes Uebereinanderstopfen der Karten beim Mischen, wodurch die Karten leicht schadhaft, folglich kennbar gemacht werden können, so wie durch das Herausfallen und Umwerfen eines Blattes unbedingt Störungen eintreten müssen. ..."

 

Zum Abschluss noch ein Zitat aus Siegfried Hackls "Tarock für Jedermann" (1950):

... "Kein Spieler ist unfehlbar. Bedenke dies wenn du Fehler machst und erst recht bei den anderen!" ...

 


 

Formulare. Schrift.

Mitschrift

Hier stehen Vordrucke zum Mitschreiben für Turniere, private Runden und sonstige Gelegenheiten zum Download als PDF-File bereit. Als Alternative zum manuellen Schreiben auf Papier kann ich den Punkterechner von Leo Luger empfehlen (s. Abakus - Die Tarockapp).

 

Standard

1 Spalte pro Spieler, extra Spalten für Details und Ergebnisliste, inklusive Lizitationstabelle
 
- de luxe 4 für 4 Spieler / 4 Spalten, 40 Spiele, mit Lizitationstabelle
- de luxe 5 für 5 Spieler / 5 Spalten, 40 Spiele, mit Lizitationstabelle
- de luxe 6 für 6 Spieler / 6 Spalten, 42 Spiele, mit Lizitationstabelle
 

Turnier

Din A5, 16/20 Spiele: Din A5 (nebeneinander auf einem A4-Blatt)
- Turnier A5 416/4 4 Runden, 16 Spiele, 4 Spieler
- Turnier A5 420/5 4 Runden, 20 Spiele, 5 Spieler
   
   
Din A5, 12/15 Spiele: Din A5 (untereinander auf einem A4-Blatt)
- Turnier A5q 312/4 3 Runden, 12 Spiele, 4 Spieler
- Turnier A5q 315/5 3 Runden, 15 Spiele, 5 Spieler
   
Din A4, 16/20 Spiele: Din A4
- Turnier A4 416/4 4 Runden, 16 Spiele, 4 Spieler
- Turnier A4 420/5 4 Runden, 20 Spiele, 5 Spieler
   
Din A4, 20/25 Spiele: Din A4
- Turnier A4 520/4 5 Runden, 20 Spiele, 4 Spieler
- Turnier A4 525/5 5 Runden, 25 Spiele, 5 Spieler